Beratungsrunde des Präventionsnetzwerkes „Gesund in Wildau und Umgebung
08.07.2016
Am Donnerstag, den 07.07.2016 trafen sich die Mitstreiter des Wildauer Gesundheitspräventionsnetzwerkes zu ihrer ersten Tagung im Jahr 2016. Es wurden wieder wichtige Themen durch Vorträge vorbereitet und diskutiert.
In einem ersten Vortrag erläuterte die pensionierte Fachärztin und Sachbuchautorin Frau Dr. Angela Erbe den menschlichen Biorhythmus und die daraus erwachsenden Anforderungen an ein gesundheitsförderndes Zeitmanagement. Frau Dr. Erbe erläuterte, dass die Menschen genetisch bedingt durchaus erhebliche Unterschiede in ihren individuellen Biorhythmen aufweisen. So gibt es z.B. die sog. „Lerchen“, also die Frühaufsteher, die schon am frühen Morgen fit und leistungsfähig sind, die aber auch am frühen Abend schon wieder zum Schlafen ins Bett müssen. Genau anders „ticken“ die sog. „Eulen“, die länger schlafen müssen, also später am Tage erst voll leistungsfähig sind, dafür aber auch abends länger aushalten und noch abends zu Höchstleistungen in der Lage sind. Auch das Alter beeinflusst den Biorhythmus. Die Jüngeren machen gern die Nacht zum Tage und schlafen dafür aber auch gern bis gegen Mittag. Während die Älteren oft schon am frühen Morgen wach sind und dann aber auch ein Mittagschläfchen brauchen. Ein wichtiges und spannendes Thema ist der Ansatz, auch in den betrieblichen Arbeitsabläufen die unterschiedlichen Biorhythmen zu beachten, und das sowohl im Interesse der Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer als auch im Interesse ihres Wohlfühlens am Arbeitsplatz. Hier ist noch einiges an Umdenken nötig in unserem „preußisch-protestantisch“ geprägten Land.
In einem weiteren Vortrag beschäftigte sich die Heilpraktikerin Frau Kathrin Günther mit dem heutzutage sehr bedeutsamen Thema des Burn-out, also dem häufigen und noch immer weiter zunehmenden Ausgebranntsein von Menschen in unserer Zeit. Auch hier sind unterschiedliche Altersgruppen betroffen. Vor allem aber nicht wenige Arbeitnehmer in unterschiedlichsten Branchen. Druck und Zwänge im Arbeitsprozess und auf Grund der großen Medienvielfalt nehmen immer mehr zu. Und es mangelt an den nötigen individuellen Vermeidungsstrategien. Die Entwicklung zum Burn-out erfolgt stufenweise bis hin zu einer völligen Depression und Antriebslosigkeit des/der Betroffenen. Zwischenzeitliche Warnsignale werden gerne ausgeblendet. Zu dem Krankheitsbild gehört ab einer bestimmten Entwicklungsphase dann auch eine Beratungsresistenz. Also Hinweise, Ratschläge besorgter Freunde, Arbeitskollegen und Mediziner werden gern bei Seite geschoben und der negative Entwicklungsprozess schreitet voran. Entspannungsphasen, ausreichend Sport und eine Ausgeglichenheit im Leben können dem Burn-out vorbeugen. Das Burn-out kann ein hartnäckiges, sich über viele Monate hinziehendes Krankheitsbild sein. Man muss die ersten Anzeichen sehr ernst nehmen. Frau Günther erläuterte im weiteren komplexe Ansätze für einen vergleichsweise schnellen Ausweg aus Burn-out Situationen. Die Diskussion zu ihren Ausführungen war außerordentlich lebhaft.
In einem 3. Vortrag beschäftigte sich der Geschäftsführer des Wildauer Wildorados Klaus-Dieter Kurrat mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Bedeutung des Muskeltrainings für die Gesundheit und zu der Notwendigkeit des Einzelnen, seinen entsprechenden „inneren Schweinehund“ immer wieder zu überwinden, um den Einstieg in das notwendige Training zu schaffen. Nach neueren wissenschaftlichen Forschungsergebnissen ist neben dem Ausdauertraining (gut für Herz und Kreislauf) auch das Muskeltraining von großer gesundheitlicher Bedeutung, weil die Muskeln für den inneren Stoffwechselprozess des Menschen von großer Bedeutung sind. Wir brauchen eine gut entwickelte Muskulatur für unsere Gesundheit. Aber auch hier hat die Natur vor den Preis den Schweiß gesetzt. Und wir müssen uns überwinden und durchringen, um die Mühen des Trainings auf uns zu nehmen. Dazu kann und muss jeder Einzelne seine individuelle Strategie finden. Immerhin, es lohnt sich. Nach dem Training fühlt man sich in der Regel sehr wohl und freut sich viel mehr als vorher des Lebens. Der Stoffwechselprozess sorgt dafür. Aber die vorherige Überwindung ist oft nicht leicht, muss aber sein, wenn man das Gute erreichen will. Viele Sportarten, durchaus auch das Muskeltraining, fallen im Team und in einem festen Zeitrhythmus leichter.
Also, verehrte Leserinnen und Leser: Sport frei!
Dr. Uwe Malich, Bürgermeister
